Bremerhaven Stipendium

Martina Klein

 

Martina Kleins malerisches Werk weist Affinitäten zur Moderne auf, um sich gleichermaßen eindrucksvoll davon abzusetzen. Sie hat sich einer Malerei verschrieben, bei der die Farbe selbst zum Gegenstand wird. Farbe ist das konstituierende Element des Bildes. Alle Ebenen des Bildes werden aus der Farbe heraus entwickelt. Die historische Grundlage ihres Werkes ist die monochrome Malerei. Allerdings intendiert dieser Ansatz weder eine bloße Fortschreibung der Ideengeschichte monochromer Malerei noch eine lineare Fortführung des Klassizismus reiner Formen. Das wesentliche Mittel ihrer Abgrenzung zur Moderne liegt in der Entgrenzung des monochromen Tafelbildes. Monochrom beschichtete quadratische Flächen unterschiedlicher Größe werden zusammenmontiert und winkelförmig an die Wand angebracht. Diese Arbeiten scheinen sich von der Wand zu lösen und in den Raum vorzudringen. Andere stehen direkt im Raum und bilden eine eigene Räumlichkeit, positionieren sich wie eine Skulptur direkt auf dem Boden. Neben einer malerischen entwickeln ihre Arbeiten eine skulpturale Qualität und besitzen das Potential, einen Dialog zwischen Werk, Raum und Betrachter einzufordern. Je nach Standort und Blickwinkel des Betrachters verändert sich das Verhältnis von Werk und Raum und ebenso variiert der Farbeindruck durch wechselnden Lichteinfall. Kleins Arbeiten sind weder Malerei noch Skulptur, weder das eine noch das andere. Stattdessen sind sie gattungsübergreifend konzipiert und heben die üblichen Grenzen zwischen diesen beiden Medien auf, ohne dem Hype eines zeitgenössischen Crossover zu huldigen.

Martina Klein
1999/2000

Geboren 1962 in Trier

19982 - 1988 Studium der Malerei in Kassel

Lebt in Düsseldorf

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