Bremerhaven Stipendium

Cecilia Edefalk

 

Cecilia Edefalk arbeitet stets in Serien, innerhalb derer sie ihre Motive auslotet. Ihre Gemälde und Aquarelle zeigen sich wiederholende Motive, gleichwohl variiert Edefalk jedes Werk einer Gruppe individuell in Ausdruck und Farbe. Häufig sind es Personendarstellungen vor monochromem Hintergrund. Alle Gestalten sind ähnlich, doch keine gleicht der anderen. Als Vorlage der Motive dienen zunächst Fotografien. Das erste nach der Vorlage gemalte Gemälde ist wiederum Vorlage für das nächste, das nächste wiederum Vorlage für das übernächste. Auch ihre Aquarelle sind Resultat serieller Arbeit: „Meeresbusen” lautet der mehrdeutige Titel. In dieser Serie thematisiert die Künstlerin ihre eigene Weiblichkeit. Fragmentarisch sind weibliche Brüste zu sehen. Ihre Arbeiten kommen sinnlich, aber unspektakulär daher und bieten weder vordergründige Erotik noch wird der Betrachter in die Rolle des Voyeurs gedrängt. Cecilia Edefalk hat für ihre Aquarelle mal Wasser aus der Lagune in Venedig, mal Wasser aus dem Hafen der Seestadt benutzt, mal beide Wasser miteinander vermischt – nachzulesen auf einem der Aquarelle. Die Künstlerin unterwirft ihre Motive einem Abstraktionsprozess, der die Autonomie des Bildes betont, während ihre sorgfältig gewählten Titel Assoziations- und Denkräume eröffnen. Dennoch strebt sie keine Identität zwischen Vorbild und Abbild, zwischen Titel und Bild an. Vielmehr betont ihre Malerei minimale Nuancen und subtile Differenzen. Der flüchtige Blick des Betrachters ist zum Scheitern verurteilt. Trotz der Wiederholung des Motivs, trotz serieller Arbeitsweise, schärft sie gerade den Blick für das Individuelle und Einmalige. So gelingt es ihr, die konzeptuell angelegte Malerei atmosphärisch zu verdichten.

Cecilia Edefalk
1996/1997

Geboren 1954 in Norrköping

1973 - 1977 Studium am National College of Craft and Design, Department for Graphic Design, Stockholm

1981 - 1986 Studium am National Collage of Fine Arts, Stockholm

1977 - 1990 Computergraphics at „The Swedish Television News”, Stockholm

Lebt in Stockholm

zurück