Bremerhaven Stipendium

Kazue Yoshikawa-Miyata

 

Die Malerei von Kazue Yoshikawa-Miyata entsteht im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturkreise. Sie versucht zwischen westlicher Kultur und asiatischem Denken, Fühlen und Handeln eine eigene künstlerische Identität zu entwickeln. Ihre großformatigen Bilder entstehen auf monochromen Gründen unterschiedlicher Farbigkeit, auf die ornamentale und kalligraphische Zeichen pastos, in kräftigem Duktus gesetzt sind. Balancen werden gesucht, um sie wiederum in Frage zu stellen. So ist der Rhythmus des Ornaments zwischen Ordnung und Spontaneität angesiedelt. So zeugt die bewegte, pastose Malweise von Subjektivität die einer puristischen Ordnung des Ornaments entgegensteht. So kontrastieren die fast monochromen Untergründe mit der opulenten Farbigkeit des Ornaments. Ferner lotet sie die Grenzen zwischen Banalität und Erhabenem aus. Muster, Ornament und Dekor werden aus ihrem eigentlichen Umfeld gelöst und auf diese Weise entgrenzt. Farbe und Pinselduktus haben zusehends eine eigene Qualität gewonnen. Die Bedeutungsschwere farbmalerischer Konzepte einerseits und die Leichtigkeit des Ornaments andererseits scheinen sich wechselseitig zu relativieren. Eine Malerei, die kontemplativ auftritt, ohne eine Thematisierung des Banalen zu scheuen. Im übrigen eine gelungene Gratwanderung. In den letzten Jahren sind ihre Arbeiten geprägt durch die Auseinandersetzung mit dem Motiv der Blume als Inbegriff natürlicher Schönheit und Farbenpracht. Dieses Motiv wird als Zeichen einer sich spielerisch bewegenden Phantasie freigesetzt und steht für eine von der Gesellschaft vereinnahmte Natur. Ihre Malerei stellt eindimensionale Konzepte in Frage und trägt zu einer Offenheit im Denken und Fühlen bei.

Kazue Yoshikawa-Miyata
1992/1993

Geboren 1945 in Tokio

1965 - 1969 Studium an der Musahino-Universität, Tokio

1975 - 1982 Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg, bei Franz E. Walter und Stamley Brown

Lebt in Hamburg

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